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Schwarzwildspezialisten vom Allerfeinsten

Niemals hätte ich mir als "alter DD - Mann" und Verbandsrichter träumen lassen, einmal an einer Gebrauchsprüfung der Rasse "Laika" teilzunehmen. Doch ich bekam überraschend eine Einladung vom Laika-Club; wohlbemerkt nicht etwa als Richter, sondern um die Suche mit der Kamera zu begleiten. Ich sagte zu, denn ich war neugierig und gespannt auf einen Tag im brandenburgischen Suchenrevier Friesack bei Nauen.

Mitte Oktober trafen sich hier sechs Suchengespanne zur "jagdlichen Meisterprüfung", einer Gebrauchsprüfung (GP). Um es vorweg zu sagen, ich war beeindruckt von der Vielseitigkeit und den Leistungen dieser Hunde. Was ich zu sehen bekam, hatte ich nicht erwartet.

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von Rüdiger Bergien

 

Dieser Beitrag entstand mit freundlicher Genehmigung und Unterstützung der Redaktion von "Wild und Hund", der wir an dieser Stelle Dank sagen möchten!

"Tupfer!" Birgit Schmidt kramt auf dem Metalltisch herum, es scheppert, klirrt, endlich hat sie das Gefäß mit dem gewünschten Inhalt. Sie stellt ihrem Mann die Tupferschale auf den OP-Tisch. Angeekelt verzieht Rüdiger Schmidt das Gesicht. "Verdammt, verdammt, verdammt... Alles voller Dreck und Schlamm!" Mit einer Sonde lüftet er die Haut am blutigen Hinterlauf seiner Laika-Hündin "Arsa". "Oh, verdammt!", stöhnt er beim Anblick von Erde und Pflanzenteilen in der Hauttasche des verletzten Laufs.

Festrede des Vorsitzenden des Laika-Club e.V., Dipl. Vet. Med. Rüdiger Schmidt anlässlich der Festveranstaltung zum 10-jährigen Bestehen des Clubs im "Hotel am Klostersee" in Dargun am 14. Oktober 2000

Die folgenden Fassung wurde mit freundlicher Genehmigung der Redaktion der Zeitschrift "Der Jagdgebrauchshund" Heft 5/2001 entnommen! An dieser Stelle möchten wir der Redaktion und insbesondere Herrn Walch Dank sagen.
 
Großgeworden in einer Jägerfamilie wurde ich schon in frühester Kindheit auf das Jagen mit dem Hund geprägt. Jagdhunde waren schon in unserer Familie vor meiner Geburt. So war es selbstverständlich, daß der Sohnemann zu allen möglichen Hundeprüfungen im Frühjahr und Herbst mit dem Vater fuhr, und von klein auf mit bei der Abrichtung der Hunde half Mein Vater war damals Obmann für das Jagdhundewesen im Kreis, so daß ich auch bei allen gemeinsamen Übungsstunden zugegen war. Vielleicht ermöglichte mir dieses Erleben, heute rasseoffen zu denken und mich auch selbst mit einer seltenen - in Deutschland - Rasse zu befassen.

Wer bereits in Rußland oder Skandinavien auf Elch und Bär gejagt hat, dem sind die Laiki ein Begriff. Daß ein erfolgreiches Waidwerken mit diesen Vierläufern auch in unseren Revieren möglich ist, bestätigen die umfangreichen Erfahrungen eines deutschen Rüdemanns mit dieser Jagdhundrasse.

Der Name Laika stammt vom russischen "Lajati" und bedeutet wörtlich übersetzt "Beller". Die Heimat der Laiki ist Rußland. Ausgrabungen zufolge wurden Skelette des Spitzhundetypen bis in die Steinzeit zurück datiert. Der Laika ist demzufolge eine der ältesten und ursprüng lichsten Hunderassen, die unmittelbar vom Wolf abstammen. Selektiert wurde er auf natürliche  Weise je nach den jeweiligen Lebensverhältnissen. Seit Urzeiten mußten die Hunde den harten Anforderungen des Menschen und denen des kalten Sibiriens gewachsen sein. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden vier Rassestandards bestätigt sowie 1980 im Federation Cynologie Inter-national (FCI) aufgenommen: West-Sibirische Laika (WSL), Ost-Sibirische Laika (OSL), Russisch-Europäische Laika (REL) und Karelo-Finnische Laika (KFL). Letzterer ist auch bekannt als Karelischer Bärenhund.