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Seit der Aufnahme des Laika-Club e.V. in den VDH, tragen unsere Ahnentafeln das VDH- und das FCI Logo neben dem bereits vorhandenem Sperlingshund des JGHV.

Der folgende Artikel wurde im Mitteilungsblatt des JGHV "Der Jagdgebrauchshund" Nr.2/2007 veröffentlicht und wurde uns mit freundlicher Genehmigung der Redaktion sowie des Autors Bernd Krewer zu Verfügung gestellt.

 

Embleme der Dachverbände


Das Frühjahr naht und viele Jäger suchen gerade jetzt nach einem neuen vierbeinigen Jagdgefährten. Vielleicht haben sie ihren langjährigen Helfer durch den Straßenverkehr oder an einer wehrhaften Sau verloren oder er hat altersbedingt erkennbare Konditionsprobleme, die es sinnvoll erscheinen lassen, sich jetzt nach einem Nachfolger umzusehen.

Das Angebot an Welpen, aber auch an ausgewachsenen und fertig abgeführten Jagdhunden in unseren Jagdzeitschriften ist groß. Nachdem der Jäger seine jagdlichen Möglichkeiten gründlich analysiert und danach seine Wahl für eine bestimmte Rasse getroffen hat, beginnt die Suche in den Anzeigen unter „Hundemarkt“.  

Es wäre wünschenswert, wenn alle Jagdzeitschriften nur Angebote von Jagdhunden mit Papieren seriöser Zuchtvereine veröffentlichen würden, die ihrerseits Mitglieder im JGHV (Jagdgebrauchshundverband e.V.) sind. Das wird aber kaum jemals zu erreichen sein, weil die Jagdzeitschriften eben auch (und zu einem erheblichen Teil) aus kommerziellen Gründen Anzeigen dringend brauchen. Und so werden leider auch in Zukunft Schwarz- und Vermehrungszüchter ihre Hunde in unseren Jagdzeitschriften anbieten können.

Umso wichtiger ist es, dass der Jäger, der einen Jagdhund sucht, sich über die Embleme beziehungsweise Stempel auf dessen Ahnentafel informiert und diese deuten kann.

 

Emblem JGHV (Sperlingshund)

Dieser Aufdruck besagt, dass der diese Ahnentafel ausstellende Zuchtverein Mitglied im JGHV ist. Er berechtigt den Führer dieses Hundes, ihn auf allen Verbandsprüfungen zu führen, die für diese Rasse vorgesehen sind.

Bei zweigleisig züchtenden JGHV-Mitgliedsvereinen (Standardzucht und jagdliche Anlagen-/Leistungszucht) sollte der Jäger darauf achten, dass sein Hund aus der jagdlichen und nicht aus der Schönheits-Zuchtrichtung stammt. Dies gilt – ohne Anspruch auf Vollständigkeit – für Hunde der Rassen Setter, Foxterrier, Teckel, Beagle, Retriever und der Parson-Russel-Terrier.

 

Emblem VDH (Raute)

Der diese Ahnentafel ausstellende Zuchtverein ist Mitglied im Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH). Der VDH ist sozusagen die für Deutschland zuständige Landesvertretung der Fédération Cynologique International (FCI) und damit der Dachverband aller Hundezuchtvereine, die sich seinen Regeln unterworfen haben. Er ist zuständig für die Zucht gesunder, mit allen rassetypischen Merkmalen ausgestatteter Rassehunde. Die Hürden für die Aufnahme von Rassehund-Zuchtvereinen in den VDH sind hoch, vor allem, was das Zuchtpotential angeht. Ebenso wie beim JGHV gibt es auch beim VDH kein sog. „Einplatzprinzip“ mehr, das heißt, dass durchaus mehrere Zuchtvereine, die die gleiche Rasse betreuen, Mitglieder werden können.

 

Emblem FCI

Die Fédération Cynologique International (FCI) ist der Weltverband für das Hundewesen, dem wiederum der VDH als Deutsche Vertretung angehört. Bei der FCI gilt noch das Einplatzprinzip, das heißt, dass jedes Land nur durch einen einzigen Verband (in Deutschland der VDH) in der FCI vertreten sein kann. Bei der FCI sind die jeweils gültigen Rassestandards hinterlegt und geschützt. Eine Änderung des Rassestandards bei einer in Deutschland beheimateten Hunderasse kann also nur über den VDH bei der FCI beantragt werden. Eine Standard-Änderung englischer Rassen (z.B. Setter und Foxterrier) könnte nur in England beantragt werden.

Daher ist die Mitgliedschaft im VDH und damit mittelbar in der FCI auch für alle in Deutschland beheimateten Jagdhundrassen wichtig.

Für einige Jagdhundrassen gibt es mittlerweile sog. Weltverbände, so zum Beispiel für Deutsch-Drahthaar, Deutsch-Kurzhaar, die Weltunion der Teckel und der Internationale Schweißhundverband. Auch deren Embleme sind oft auf den Ahnentafeln aufgedruckt. Sie belegen, dass der der Zuchtverein, der diese Ahnentafel ausgestellt hat, seinerseits Mitglied eines globalen Dachverbandes für die betreute(n) Rasse(n) ist.

Wichtigster Emblem-Aufdruck auf einer Ahnentafel ist fraglos der Sperlingshund des JGHV. Jeder Jäger, der sich einen Jagdhund zulegen möchte, sollte zwingend auf diesen Aufdruck achten.

 

Registerbescheinigungen

Die Mitgliedsvereine des VDH sind verpflichtet, einen sog. Register-Anhang zu ihrem Zuchtbuch zu führen. In dieses Register werden Hunde eingetragen, deren vermutliche Rassereinheit von Zuchtrichtern festgestellt und dokumentiert ist, diese Hunde aber über keine von den vorstehenden Dachverbänden anerkannten Ahnentafeln verfügen.

Der etwas komplizierte Sachverhalt mit den Registerbescheinigungen lässt sich am besten mit einem Beispiel darstellen:

Ein Jäger besitzt einen Jagdhund mit Papieren eines weder von VDH/FCI, noch vom JGHV anerkannten Zuchtvereins. Er stellt diesen Hund einem (oder mehreren) anerkannten Zuchtrichtern des VDH vor, die im Anhalt an den Standard der jeweiligen Rasse die Übereinstimmung mit diesem überprüfen. Dabei sollten auch – soweit möglich – Wesensmerkmale bezw. –Wesensauffälligkeiten berücksichtigt werden. Der VDH/JGHV-Zuchtverein, bei dem die Aufnahme in das Zuchtregister beantragt wurde, stellt nun für diesen Hund die Registerbescheinigung aus, in der alle in der Original-Ahnentafel aufgeführten Ahnen gestrichen und als „unbekannt“ (weil aus nicht kontrollierter Zucht stammend) aufgeführt sind. Manche Zuchtvereine ziehen die Original-Ahnentafel ein, sie tauschen diese also gegen die Registerbescheinigung aus. Es ist dem diese Registerbescheinigung ausstellenden Zuchtverein überlassen, ob er den Sperlingshund auf diese Registerbescheinigung aufdruckt. Tut er das, dann ist dieser Registerhund zu den Prüfungen des JGHV zugelassen, wenn nicht, dann sind ihm diese Prüfungen verwehrt. Der VDH/JGHV-Zuchtverein entscheidet in eigener Souveränität, ob dieser Hund zu den vereineigenen Prüfungen und zur Zucht zugelassen wird.

 

Die Zulassungsbedingungen zu den jagdlichen Brauchbarkeitsprüfungen bew. Jagdeignungsprüfungen der Bundesländer sind sehr unterschiedlich, manche Länder verlangen für die dort zu prüfenden Hunde JGHV-anerkannte Papiere, andere lassen auch Hunde zu, die phänotypisch einer Jagdhundrasse zugeordnet werden können und nicht anerkannte oder gar keine Papiere haben. Da muss sich der Jäger bei seinem zuständigen Landesjagdverband informieren.